Berliner Kanzlei
Berlin · KI auf eigener Hardware — Angefangen hat es mit einer Frage zum Scannen der Post. Aus der Beratung wurde ein System: eine KI-Pipeline, die jedes Dokument liest, versteht und ablegt — und keine Frist durchrutschen lässt. Derzeit im Bau, vollständig auf den eigenen Servern der Kanzlei.
— Das Projekt
Eine kleine Anfrage. Ein System — und eine Partnerschaft.
Ausgangslage
Für eine Kanzlei ist eine versäumte Frist keine Unannehmlichkeit — sie kann ein Haftungsfall sein. Und eine deutsche Kanzlei lebt auf Papier: Täglich bringt die Post Gerichtsschreiben, Schriftsätze und Bescheide, jedes von Hand gescannt, von Hand benannt, von Hand in die richtige Akte einsortiert. In einer kleinen Berliner Kanzlei — unter zehn Personen — fiel diese Arbeit Menschen zu, die Besseres zu tun hatten, und jeder manuelle Schritt war eine Stelle, an der sich ein Datum verstecken konnte.
Wir haben uns über eine akademische Empfehlung kennengelernt. Solange das Mandat läuft, bleibt die Kanzlei auf eigenen Wunsch ungenannt — die Diskretion, die jede Kanzlei erwartet, und dieselbe, die wir jedem Mandanten gewähren.
Die Anfrage
Die erste Frage war bescheiden: Lässt sich das Scannen und Ablegen automatisieren? In einer Reihe von Beratungsterminen haben wir auseinandergenommen, wie Post tatsächlich durch die Kanzlei läuft, was ein Schriftsatz enthält und wohin die Stunden gehen. Diese Diagnose hat den Umfang verändert: Wenn eine Maschine die Dokumente ohnehin liest, kann sie weit mehr als sie nur zu sortieren.
Was wir bauen
Lesen
Eine auf Dokumente spezialisierte KI-OCR-Engine — kein generischer Scanner — macht aus jeder Seite sauberen, strukturierten Text. Das heißt: kein Abtippen, und kein schlechter Scan, der eine Tatsache verschluckt.
Verstehen
Ein Sprachmodell liest jedes Dokument und extrahiert, was die Kanzlei wirklich braucht — Aktenzeichen, Parteien, Fristen, eine brauchbare Zusammenfassung — als strukturierte Daten, nicht als lose Notizen. Das heißt: Ein Schriftsatz kommt an, und die Akte weiß bereits, was darin steht.
Prüfen
Bevor etwas gespeichert wird, prüft ein zweites Modell die Arbeit des ersten gegen die Standards der Kanzlei — das Vier-Augen-Prinzip, in Software. Fristen werden gesondert behandelt: Ein Schriftsatz kann mehrere Daten enthalten, daher entscheiden eigene Prüfschritte, welches bindend ist — und wo das Gesetz es verlangt, berechnet das System die maßgebliche Frist, statt dem Aufgedruckten zu vertrauen.
Ablegen und protokollieren
Das Dokument landet automatisch in der richtigen Akte, und jeder Schritt wird in ein Prüfprotokoll geschrieben, das das Team einsehen kann. Das heißt: Die Kanzlei behält, was Automatisierung sonst nimmt — die Möglichkeit, nachzuprüfen.
Auf eigenen Servern, in Deutschland
Juristische Dokumente sind so sensibel, wie Daten nur sein können — deshalb kam die Architekturfrage vor jedem Bau: Cloud oder lokal? Wir haben offen zu beidem beraten. Die Entscheidung: Alles läuft lokal, auf Hardware in Deutschland, die wir genau für diese Last spezifiziert haben — und wir haben Sprachmodelle gebenchmarkt, die stark genug für juristische Texte und zugleich passend für die Hardware der Kanzlei sind. Das heißt: keine überdimensionierte GPU-Rechnung für Leistung, die niemand nutzt.
Aktueller Stand
Bewusst befindet sich das Projekt in seinen ersten Phasen: Die Pipeline wird Schritt für Schritt gebaut und getestet. Als Nächstes reicht dieselbe Intelligenz in den Outlook-Posteingang der Kanzlei hinein — per E-Mail eintreffende Fristen werden zu nachverfolgten Aufgaben in den Werkzeugen, mit denen das Team ohnehin arbeitet.
Das eigentliche Ergebnis
Das stärkste Ergebnis steckt noch nicht im System — es steckt in der Beziehung. Aus einer Frage zur Automatisierung ist ein langfristiges Mandat geworden: SANAD ist heute der ständige technische Partner der Kanzlei für KI, Automatisierung und digitale Transformation. Das Erste, was wir gebaut haben, war Vertrauen; die Pipeline ist der Beweis dafür.
Wollen Sie so etwas bauen?
Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt. Das erste Gespräch geht auf uns.
